VERO Spielzeug

Das Musterzimmer der Produktionsgenossenschaft des holzverarbeitenden Handwerks „Friedrich Fröbel" in Werdau lädt zum Spielen ein. Man ist versucht, die Lastwagen, den Güterzug mit Lok, die Feldbahn. den Kran. die Schlepper und Zugmaschinen aus der Vitrine herauszunehmen und das den Kinderschuhen Entwachsensein zu vergessen. Wolfgang Zimmermann belächelt diese meine Anwandlung nicht. Entgegenkommend baut er die stabilen Spielzeuge vor mir auf: Lastkraftwagen mit zwei und drei Achsen. Ich betrachte sie von allen Seiten. Zuerst den Muldenkipper, dann den Container und den Zoowagen. Sie alle haben eines gemeinsam: Das Fahrerhaus und die verschieden langen Fahrgestelle. ,,Unser Spielzeug beruht auf dem Baukastensystem", erklärt Wolfgang Zimmermann, der Entwerfer dieser pädagogisch wertvollen Holzspielwaren. ,,Dieses Fahrerhaus und die Fahrgestelle bezeichnen wir als Grundgeräte, auf die jede dieser LKW-Kombinationen. z. B. Muldenkipper und Zoowagen, passen." Warum eigentlich wird man in etlichen Verkaufsstellen nicht auf die Kombinationsmög-lichkeiten des Fröbel-Spielzeuges hingewiesen? In der Vitrine habe ich eine Zugmaschine mit geländegängiger Hinterachse und Turm-drehkran-Aufsatz entdeckt. Sie mag etwa 80 cm lang sein. In ihrer Naturholzausführung wirkt sie sehr stabil . .,Aus welchen Teilen setzt sich diese Zugmaschine zusammen?" .. Sie besteht aus dem Fahrerhaus. demselben, das Sie auch bei dem Muldenkipper sehen, einem Zugmaschinenfahrgestell und dem Turmdrehkran-Aufsatz", beantwortet der junge Künstler meine Frage und korrigiert zugleich meine Annahme, daß zur Produktion des Spielzeuges vorwiegend Massivholz verwendet wurde. ,,Wir verwenden Furnierabfälle aus der Möbelindustrie. Es werden Furnierlagen zusammengelegt und beleimt. So entsteht das sehr stabile Schichtholz." „Können Sie mir etwas über das Verfahren der spanlosen Verformung sagen?" Wolfgang Zimmermann kann es nicht nur erklären, sondern auch belegen. Auf dem Gang durch einige Werk-und Produktionsräume erfahre ich, wie der zweiunddreißig-jährige Wolfgang Zimmermann in seinen Beruf hineinwuchs. Nach einer dreijährigen Ausbildung als Tapezierer erlernte er in Zeulenroda den Beruf des Möbeltischlers und besuchte von 1961 bis 1964 die Fachschule für Spielzeug in Sonneberg, die er als staatlich geprüfter Spielzeuggestalter verließ. Noch während seines Studiums erhielt er 1963 auf der Messe der Meister von Morgen die Gold-medaille für einen Portaldrehkran. „Wann kamen Sie eigentlich mit der PGH ,,Friedrich Fröbel" in Berührung?" ,, 1962, als ich hier mein Praktikum absolvierte und meine Abschlußarbeit vorbereitete." ,,Die PGH erhielt 1964 außer einer Auszeichnung für gute Formgebung auch eine Goldmedaille für ihr LKW-Sortiment. Sie traten im gleichen Jahr in den Betrieb als Spielzeuggestalter ein. Welche Aufgaben haben Sie jetzt hier zu erfüllen?" „Meine Hauptarbeit ist die Entwicklung von neuem und pädagogisch wertvollem Spiel-Entwurf über das Handmuster bis zur ersten kleinen Serie, was die entsprechenden Zeichnungen und Kalkulationen einschließt. Aber auch die ständige Verbesserung des Spielzeuges gehört zu meinem Aufgabenbereich." „Welche Hilfe leistet Ihnen dabei der Nutzer -das spielende Kind- und auf welche Weise gelangen Sie zu diesen Informationen?" ,,Wir erproben unsere neuen Modelle in Kindergärten. Dort stellen wir zielgerichtet Fragen, die von den Kindergärtnerinnen gewissenhaft beantwortet werden. Dabei geht es uns vor allem um das Herausfinden von schwachen Stellen beim Handhaben des Spielzeuges durch die Kinder. So wurde beispielsweise am Fahrerhaus eine Veränderung vorgenommen. Während beim älteren Sortiment die Lenkung durch ein am Fahrerhaus angebrachtes Dreieck geschah -was die Handhabung für das Kind erschwerte -kann jetzt das Kind auf dem Fahrzeug sitzen, und indem es mit beiden Händen die Kabine ergreift, lenken. Dieses neue Sortiment ging ab. 1. 1. 71 in Produktion." Nun betrachte ich das Spielzeug, das in der Vitrine ausgestellt ist, schon mit anderen Augen. An jedem Stück sind Veränderungen wahrzunehmen unter Beibehaltung des Prinzips: künstlerisch hochwertige Formgestaltung und solide Haltbarkeit. Noch etwas fällt mir auf: Es werden nirgends Metallnägel oder -schrauben verwendet. Die auseinandernehmbaren Teile werden durch Plastestecker gehalten. Wenn Sie mich. lieber Leser, jetzt fragten. worin die Pionierarbeit der PGH „Fröbel" und ihres heutigen Formgestalters besteht, würde ich antworten: 1. im Ziel, beim Kind die Fähigkeiten des begreifenden Beobachtens, des technischen Denkens und Kombinierens neben manuellen Fertigkeiten zu entwickeln. 2. Im wirtschaftlichen Fer-tigungsverfahren, Spielzeuge aus Furnierabfällen herzustellen und damit Abfallmaterial nutzbringend einzusetzen. Es ist für den Gestalter sicher ein Lob, wenn man Fröbel-Spielzeuge, die auch einen anwachsenden Export verzeichnen, als ein wichtiges Instrument der Bildung und Erziehung des Kindes bezeichnet. Der Ruf des Betriebes ist eng verknüpft mit dem Werdegang des jungen befähigten Gestalters Wolfgang Zimmermann, der, seine künstlerische Entwicklung mit dem gesell-schaftlich-pädagogischen Auftrag verbindend, noch manche wertvolle Neuschöpfungen auf seinem Fachgebiet hervorbringen wird -auf lange Sicht, denn: im Jahr 2000 hat er noch nicht einmal das Renten-alter erreicht. 

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